

Die Art, wie Menschen Möbel entdecken und auswählen, verändert sich gerade spürbar. Natürlich bleibt die klassische Suche, das Stöbern im Laden oder gezieltes Googlen, wichtig allerding spielt KI-Sichtbarkeit eine zunehmend größere Rolle. Googeln ist also längst nicht mehr der einzige Weg zum Traummöbel. Gerade jüngere Käufer und Käuferinnen holen sich Inspiration und Orientierung heute zunehmend dort, wo es schnell, visuell und direkt ist: auf Social-Plattformen wie TikTok oder in KI-Tools wie ChatGPT & Co. In Deutschland nutzen inzwischen zwei Drittel der Menschen ab 16 Jahren generative KI-Anwendungen (z. B. ChatGPT, Copilot oder Gemini) und die Nutzung steigt deutlich.
Das ist kein reines „Tech-Thema“, sondern ein handfester Wandel im Informations- und Kaufverhalten. Auch der D21-Digital-Index, der jährlich untersucht, wie selbstverständlich digitale Technologien im Alltag genutzt werden, zeigt: KI wird von vielen längst wie eine Suchmaschine genutzt und zwar nicht nur zum Rumspielen, sondern für Recherche. Und international sieht man zusätzlich, wie stark Social-Plattformen in die Produktsuche hineinwachsen: Laut einer Studie des US-amerikanischen Pew Research Center sagen 62 % der erwachsenen TikTok-User, sie seien dort (auch) wegen Produktbewertungen und Empfehlungen; bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar rund drei Viertel.

Was das konkret bedeutet, spürt man schon heute: Menschen formulieren ihre Fragen immer weniger als zwei, drei Keywords und immer mehr wie ein Briefing. Nicht „Sofa kaufen“, sondern: „Wir haben einen Hund, zwei Kinder, wenig Platz. Welches Sofa ist robust, pflegeleicht und trotzdem gemütlich?“. Genau in solchen Situationen kommen KI-Assistenten ins Spiel: Sie fassen zusammen, vergleichen, empfehlen und liefern im Zweifel direkt eine Shortlist.
Parallel dazu verändert sich auch das Umfeld, aus dem diese Antworten entstehen. Google baut KI-generierte Zusammenfassungen („AI Overviews“) prominent in die Suche ein und rollt diese Funktionen schrittweise breiter aus. OpenAI hat mit „ChatGPT search“ außerdem eine eigene Suchfunktion etabliert, die Webquellen einbezieht und damit immer stärker in klassische Rechercheprozesse hineinrutscht.
Für den Möbelhandel ist das eine Entwicklung mit zwei Seiten: Die Aufmerksamkeit ist da, aber der „Weg in die Auswahl“ wird enger. Denn KI-Systeme tendieren dazu, aus der Masse zu verdichten. Und damit ein Möbelhaus berücksichtigt werden kann, müssen die relevanten Informationen klar und verständlich verfügbar sein.
Wichtig ist: Es geht nicht darum, dass jedes Möbelhaus ab morgen zum Medienhaus wird. Viele Optimierungen sind eher Handwerk als Hype und sie zahlen auf zwei Ziele ein: auf Menschen, die Vertrauen und Orientierung suchen, und auf Maschinen, die Informationen einordnen und vergleichen.
Wer sich mit dem Thema KI-Sichtbarkeit näher auseinandersetzen möchte und Fragen zur Einordnung oder zu ersten Schritten hat, kann sich innerhalb des Verbands gerne an Torben Klier (klier@alliance.de) oder Philipp Müller (mueller@alliance.de) wenden.
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