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Teilnehmende des Alliance Future Camps bei einer Führung durch einen Möbel-Showroom in München.
Teilnehmende des Alliance Future Camps bei einer Führung durch einen Möbel-Showroom in München.

Ideen für das Möbelhaus der Zukunft

 Wie sieht der Möbelhandel von morgen aus? Und was können junge Unternehmerinnen und Unternehmer schon heute verändern? Beim Alliance Future Camp vom 12. bis 14. Oktober in München ging es genau darum. 14 Teilnehmende aus dem Möbel- und Küchenhandel beschäftigten sich mit neuen Handelskonzepten, hinterfragten bestehende Ansätze und entwickelten Ideen für ihre eigenen Unternehmen. Das Ergebnis: 18 konkrete Veränderungsvorhaben aus zehn Unternehmen. Sie zeigen, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, den stationären Möbelhandel weiterzuentwickeln.

Neue Perspektiven kennenlernen, Erfahrungen austauschen und konkrete Ideen für das eigene Unternehmen entwickeln: Darum ging es beim Alliance Future Camp in München. Gemeinsam mit Iris Bülow und Torben Klier von Alliance besuchte die nächste Unternehmergeneration gezielt unterschiedliche Handels- und Raumkonzepte, um neue Ansätze kennenzulernen und deren Übertragbarkeit auf den mittelständischen Möbel- und Küchenhandel zu diskutieren. Am Mittwoch nahm auch Alliance-Geschäftsführer Dr. Olaf Hoppelshäuser teil.

Dabei wurde schnell deutlich: Es gibt viele Wege, das Möbelhaus der Zukunft zu gestalten. Entscheidend ist, die richtigen Ansätze für das eigene Unternehmen zu finden.

 

Weniger Ware, mehr Wirkung: Was wir voneinander lernen können

Weniger Kojen, mehr Raum für die Möbel: Anna und Maria Graf zeigten anhand ihrer eigenen Speisezimmerausstellung, wie sich mit einer veränderten Warenpräsentation neue Akzente setzen lassen. Bei Möbel Graf wurde die Zahl der Kojen von 160 auf 100 reduziert. Die verbleibenden Möbel kommen dadurch großzügiger zur Geltung. Und die Erfahrungen der beiden Unternehmerinnen zeigen: Die kleinere Auswahl hat dem Geschäft nach ihrer Einschätzung nicht geschadet.

Das Beispiel von Möbel Graf machte deutlich, wie wertvoll der Austausch innerhalb der Alliance-Gemeinschaft ist. Denn neue Ideen entstehen sowohl durch die Erfahrungen der eigenen Gesellschafter als auch durch den Blick auf andere Handelskonzepte. Beides ergänzte sich beim Future Camp auf besondere Weise.

Teilnehmende des Alliance Future Camps tauschen sich bei der Besichtigung eines modernen Einrichtungskonzepts aus.

Neue Impulse für die Warenpräsentation

Wie sich Möbel mit Licht, Farben und Accessoires emotional inszenieren lassen, zeigte KARE in Garching. Unterschiedliche Wohnwelten entstehen hier auch auf vergleichsweise kleinen Flächen. Die RH Gallery setzt dagegen auf großzügige Präsentationen und ein konsequent abgestimmtes Zusammenspiel von Architektur, Materialien und Einrichtung.

Beide Konzepte lieferten Impulse für die eigenen Ausstellungen. Eine wichtige Erkenntnis: Es braucht nicht immer einen kompletten Umbau. Schon eine neu gestaltete Koje oder ein veränderter Eingangsbereich kann neue Akzente setzen.

 

Die Zielgruppe kennen und Beratung neu denken

Wie wichtig eine klare Positionierung und individuelle Beratung sind, zeigte der next125 Concept Store. Neben hochwertiger Küchenplanung setzt das Konzept auf persönliche Netzwerke, Veranstaltungen zur Kundengewinnung und kostenpflichtige Planungsleistungen, die bei einem Kauf angerechnet werden können.

Bei Westwing stand die Verbindung von persönlicher Beratung und digitaler Einrichtungsplanung im Fokus. Dreidimensionale Möbelmodelle helfen Kunden, unterschiedliche Konfigurationen besser zu beurteilen. BOLIA wiederum zeigte, wie sich mit einer durchdachten Präsentation von Stoffen, Materialien und Einrichtungsvarianten die Beratung aufwerten lässt.

Die Ansätze verdeutlichten, wie Möbel- und Küchenhändler ihre Beratungsleistungen weiterentwickeln und den individuellen Kundennutzen stärker herausstellen können.

Gruppenfoto der Teilnehmenden des Alliance Future Camps während des gemeinsamen Treffens in München.

Wenn der Handel zum Erlebnis wird

Neue Besuchsanlässe schaffen und die Aufenthaltsqualität erhöhen: Wie das funktionieren kann, zeigte SOIS BLESSED mit einer Kombination aus Mode, Blumen, Wohnaccessoires und Café-Bar-Atmosphäre. Eine andere Perspektive eröffnete das Steelcase Learning + Innovation Center. Hier steht die Gestaltung von Räumen im Mittelpunkt, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren und Begegnung, Kommunikation und Wohlbefinden fördern.

Beide Konzepte regten dazu an, Verkaufsflächen stärker aus Kundensicht zu betrachten und das Möbelhaus über den reinen Einkauf hinaus als attraktiven Aufenthaltsort zu gestalten.

 

18 Veränderungsvorhaben: Aus Inspiration werden konkrete Ideen

Am Ende des Future Camps ging es darum, die vielen Eindrücke auf die eigenen Unternehmen zu übertragen. Anhand vorbereiteter Leitfragen diskutierten die Teilnehmenden, welche Veränderungen für ihre Häuser sinnvoll sein könnten.

Das Ergebnis: Zehn Unternehmen benannten dabei insgesamt 18 konkrete Vorhaben, die sie weiterverfolgen möchten!

Einige möchten ihre Warenpräsentation verändern, beispielsweise durch neu gestaltete Kojen mit gezielter Beleuchtung, Dekoration und klaren Stilrichtungen. Andere denken über besondere Highlight-Flächen, großzügigere Ausstellungsstrukturen oder skandinavisch geprägte Wohnwelten nach.

Auch in der Beratung gibt es neue Ansätze. Dazu gehören der Einsatz maßstabsgetreuer 3D-Druckmodelle für die Polstermöbelplanung, größere Stoffmuster, die Kunden mit nach Hause nehmen beziehungsweise zugeschickt bekommen können, oder die eigenständige Planung von Ausstellungsküchen.

Weitere Überlegungen betreffen die wirtschaftliche Seite des Geschäfts: Wie können Händler den Kundennutzen stärker in den Vordergrund stellen und selbstbewusster über Preise sprechen? Könnte eine Planungspauschale zum eigenen Geschäftsmodell passen?

Die Ideen sind so unterschiedlich wie die Unternehmen selbst. Nicht jedes Vorhaben lässt sich unmittelbar umsetzen. Teilweise müssen Investitionen, Abläufe und Zeitpläne noch intern geprüft werden.

Aber genau darin liegt ein wichtiges Ergebnis des Future Camps: Die Teilnehmenden haben die Impulse aus München genutzt, um konkrete Veränderungen für ihre eigenen Betriebe anzustoßen.

Teilnehmende des Alliance Future Camps informieren sich über Materialien und Einrichtungsmöglichkeiten an einem Beratungstisch.

Das Möbelhaus der Zukunft gemeinsam weiterdenken

Mit dem Future Camp möchten wir jungen Unternehmerinnen und Unternehmern innerhalb unserer Gemeinschaft die Möglichkeit geben, neue Perspektiven kennenzulernen, eigene Erfahrungen einzubringen und gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen des Möbelhandels zu entwickeln.

Deshalb soll der Austausch nach München weitergehen. Die Gruppe hat sich darauf verständigt, „Das Möbelhaus der Zukunft“ als gemeinsames Leitthema weiterzuverfolgen und beim nächsten Treffen auch über die Erfahrungen mit den angestoßenen Veränderungen zu sprechen.

Was dabei hilft, sind neue Perspektiven, der Mut, Gewohntes zu hinterfragen, und eine Gemeinschaft, in der Erfahrungen offen geteilt werden. Genau daran wollen wir mit dem Future Camp anknüpfen.

 

Bildquelle: Alliance Möbel