

Der Online-Anteil im deutschen Möbelhandel ist noch überschaubar, wächst aber überdurchschnittlich schnell. Ein Überblick über die aktuellen Zahlen und Verschiebungen zwischen den Vertriebswegen.

Interessant ist, wer die Onlineverlagerung tatsächlich trägt: Den größten Anteil am Marktvolumen machen weiterhin die großen Filialisten mit 38,0 Prozent aus, gefolgt vom Möbel-Fachhandel mit 27,9 Prozent. Beide Gruppen haben seit der Pandemie ihre eigenen Onlineaktivitäten ausgebaut und damit das Wachstum reiner Versender und Internet-Pure-Player gebremst. Der Fachhandel behauptet sich dabei stärker als in vielen anderen Branchen. ShopwareIFH Koeln
Das bedeutet: Der Online-Zuwachs findet nicht ausschließlich bei reinen Online-Anbietern statt, sondern zunehmend auch innerhalb bestehender stationärer Strukturen, die zusätzlich digitale Kanäle bespielen.
Ein Teil des Möbelgeschäfts wird in den Online-Zahlen oft unterschätzt: Ein bedeutender Anteil entfällt auf Geschäftskunden wie Hotels, Architekten und Wiederverkäufer im Objektgeschäft – Schätzungen gehen hier von zehn bis zwanzig Prozent aus, mit steigender Tendenz in Segmenten wie New Work oder Hotelausstattung. Wer die Marktverschiebung ausschließlich über den Konsumentenmarkt betrachtet, blendet damit einen wachsenden Teil des Geschäfts aus. IFH Koeln

Der IFH-Branchenbericht 2026 nimmt diese Entwicklung explizit in den Blick: Untersucht wird unter anderem, wie sich das Onlinegeschäft weiterentwickeln wird und welche Rolle dabei der stationäre Möbelhandel künftig spielt. Für 2026 wurden insgesamt bessere konjunkturelle Aussichten erwartet, wobei geopolitische Unsicherheiten die Rahmenbedingungen weiterhin fragil halten. IFH KoelnIFH Koeln
Die längerfristige Prognose aus früheren IFH-Analysen bleibt dabei im Kern gültig: Der Möbelmarkt wächst überwiegend online, während der stationäre Umsatz in vielen Szenarien nahezu stagniert oder leicht zurückgeht. Für die kommenden Jahre ist daher eher mit einer schrittweisen als mit einer abrupten Verschiebung zu rechnen. Die Größenordnung von derzeit rund 15 Prozent Online-Anteil dürfte sich in den nächsten Jahren spürbar erhöhen, ohne den stationären Handel kurzfristig zu verdrängen. statista
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